Besonderheiten und Risiken |Frauen & Sucht

Suchtkrankheit bei Frauen

  • Mit der zunehmenden Gleichstellung von Frauen, in allen Lebensbereichen, hat auch die Suchterkrankung sich bei Frauen ausgebreitet, sie konsumieren heute mehr Substanzen und üben männliche Formen des Konsums
  • Die Zahl der suchtkranken Frauen ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen
  • Frauen stärker von den Folgen der Suchterkrankung betroffen als Männer
  • Frauen stoßen schneller auf Verachtung und Ablehnung. Sie werden als Versagerrinnen in der Frauenrolle betrachtet und schnell an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
  • Frauen finden noch immer weniger Unterstützung in der psychiatrischen Versorgung, als Männer
  • Frauen konsumieren heimlich und privat und fallen erst auf, wenn schon schwere körperliche Folgeerkrankungen festgestellt werden
  • Frauen suchen zwar bei gesundheitlichen Problemen schneller einen Arzt auf, verheimlichen jedoch lange die eigentlichen Gründe ihrer Beschwerden, wenn es um Suchtstoffe geht
  • Auffallend ist bei suchtkranken Frauen, der wesentlich schnellere soziale Abstieg, die Vernachlässigung der Ernährung, der Körperpflege und der Gesundheit
  • Suchterkrankung beim Mann stellt nicht nur eine familiäre Belastung dar, sondern erhöht auch für die Frau das Risiko, selber eine Suchterkrankung zu entwickeln
  • Frauen, die in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch oder Gewalt erfahren haben, sind besonders gefährdet für Suchterkrankungen
  • Eine neue aktuelle Gefährdung besteht für Frauen, die bisher in klassischen Männerberufen arbeiten. Der Druck, sich an männliches Verhalten anzupassen, z.B. bei Geschäftsessen, sowie Stress und seelische Belastung, machen den Griff zur Droge leichter
  • Frauen verlassen selten ihren süchtigen Partner, werden jedoch rasch verlassen, wenn sie selber süchtig sind
  • Frauen finden seltener den Weg in eine Therapie, sodass der soziale Druck von ihren Schultern genommen werden kann. Stattdessen bleiben sie sich selbst überlassen und fallen daher öfter Medikamentenabhängigkeiten zum opfer
  • Einem Mann gesteht man seinen Alkohol zu, einer Frau bringt man wenig Sympathie entgegen, wenn sie trinkt.
  • Frauen sind schneller Aggressionen ausgesetzt, was ihren Rückzug nur beschleunigt und damit die Möglichkeit eines Zuganges zur Therapie oft auf Jahre hinauszögert.
  • Wenn Frauen dann in die Therapie kommen, sind sie meist körperlich und seelisch so krank, dass die Therapien nicht durchgehalten werden und häufige Abbrüche und Rückfälle die Folge sind und der Gesundheitszustand sich weiter verschlechtert.

Sind Sie gefährdet?

  • Trinken Sie als Frau mehrmals wöchentlich 20g reinen Alkohol (0.5 Ltr. Bier, 0.2Ltr. Wein oder 5-6 Schnäpse)?
  • Trinken Sie allein?
  • Trinken Sie, um sich zu entspannen, oder einzuschlafen?
  • Trinken Sie hochprozentige Getränke, oder Alkohol in Kombination mit Beruhigungsmittel?

Dann laufen Sie ein großes Risiko, alkoholkrank zu werden.

Frauen haben einen schlechteren Stoffwechsel und können Alkohol nicht gut abbauen, dadurch werden Frauen rascher krank, sind schneller abhängig und sind schneller körperlich und seelisch beeinträchtigt.

Dazu muß man wissen, das Alkoholerkrankung eine Reihe von anderen Krankheiten nach sich zieht:

  • Das Brustkrebsrisiko ist bei alkoholabhängigen Frauen deutlich erhöht
  • Das Risiko für eine Leberzirrhose ist bei Frauen 2fach höher als bei Männern, bei geringerem Alkoholkonsum

Hinzu kommen Angsterkrankungen, Essstörungen und seelische Erkrankungen.

Es ist wichtig, diesen raschen, körperlichen und seelischen Verfall zu durchbrechen und möglichst Frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Alkoholkonsum während der Schwangerschaft

Schon der einmalige Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann dem ungeborenen Kind schaden. "Über die Nabelschnur nimmt das Kind alles auf, was die Mutter zu sich nimmt", sagte Gisela Gille von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) auf einer Konferenz zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft in Berlin.

Alkohol ist ein Zellgift. Trinkt die werdende Mutter während der Schwangerschaft häufiger Alkohol, entwickeln sich die Organe des Kindes nicht vollständig. Das Kind kommt mit einer Behinderung zur Welt, dem sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom (FAS).

"Vor allem im Gesicht erkennt man, wenn Kinder unter dem Fetalen Alkoholsyndrom leiden", sagte Reinhold Feldmann von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster. Das Fetale Alkoholsyndrom tritt keinesfalls nur bei Kindern alkoholabhängiger Mütter auf.

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Wie wirkt Alkohol bei Frauen / Männern

Wie wirkt Alkohol auf unser Gehirn?

Das 1. Glas:
Wirkt direkt auf den Frontallappen, das heißt, den Bereich des Gehirnes unmittelbar hinter dem Stirnknochen. Hier wird Aufmerksamkeit, Motivation, Planung und Lernen gesteuert. Das 1. Glas dämpft die Aktivität im Frontallappen, der Alkohol macht ein wenig dümmer, komplizierte Abwägungen können weniger geleistet werden.

Das 2. Glas:
Der Alkohol trifft auf das Belohnungssystem. Hier wird Euphorie gesteuert und das Belohnungssystem bekommt einen Kick.

Das 3. Glas:
Wirkt auf die Amygdala, die werden runterreguliert. Die Amygdala bewerten alles was uns widerfährt, auf die emotionale Wertigkeit, das bedeutet, die Amygdala sagen uns, wie wir reagieren sollen, können wir trauen, sollen wir fliehen, sollen wir vorsichtig sein.

Das 4. Glas:
Wirkt auf das Kleinhirn. Hier wird Gleichgewicht und Koordination gesteuert, wir torkeln, wir fallen und Stehen nicht mehr sicher auf zwei Beinen.

 

Wenn Sie schnell hochprozentigen Alkohol trinken, z.B. 2 Whisky auf ex, dann wirkt der Alkohol auf den Hypocampus. Der Hypocampus speichert aktuell Geschehnisse, schafft Erinnerungen und im Zusammenwirken mit den Amygdala werden hier Handlungsmuster gebildet. Wenn Sie schnell Alkohol trinken, wird der Hypocampus ausgeschaltet und dann passiert der Black out, das heißt, Sie haben Erinnerungslücken. Ab 0,8 Promille hat der Hypocampus Probleme, ab 1,5 Promille schaltet sich der Hypocampus ab.

Im Zustand über 1,5 Promille sind Betrunkene wie Gespenster. Das heißt, Sie bewegen sich in der Welt, aber sie erinnern sich an nichts. Der Hypocampus hat seine Funktion völlig eingestellt, aber die Frontallappen, Kleinhirn und Amygdala funktionieren noch weiter, wenn auch eingeschränkt.
Wenn ein Mann mit durchschnittlichem Gewicht in 4 Stunden 8 alkoholische Getränke zu sich nimmt, hat er ca. 1,07 Promille. Wenn eine Frau mit durchschnittlichem Gewicht in 4 Stunden 8 alkoholische Getränke zu sich nimmt, hat sie 1,73 Promille und einen Black out. Eine komplette Mahlzeit im Magen senkt den Alkoholspiegel um 30%.
Wer auf leeren Magen trinkt, hat schneller und mehr Alkohol im Blut. Frauen habe weniger Flüssigkeit im Körper und der Alkoholspiegel steigt schneller als beim Mann. Frauen sind verwundbar unter Alkoholeinwirkung. Wenn eine Frau in Gesellschaft schnell Alkohol trinkt, schaltet sich der Hypocampus, der Gedächtnisspeicher ab. Mit Hilfe des Gedächtnisses machen wir uns ein Bild von demgegenüber. Wenn das Gedächtnis scheitert, werden Fehlentscheidungen getroffen und damit hat die Frau die Kontrolle über die Situation verloren und läuft Gefahr Opfer zu werden.

Feministinnen sagen, Frauen haben das Recht so viel zu trinken wie Männer. Ich möchte den Frauen sagen, wenn eine Frau verhindern will das sie Opfer wird, dann muss sie vermeiden Opfer zu werden, das heißt, sie muss weniger trinken, um die Funktion des Hypocampus zu erhalten und die Lebenssituation in Griff zu haben. Männer möchte ich sagen, exzessiver Alkoholgenuss ist keine harmlosen, geselligen Übungen. Es kommt zu Kontrollverlust und es erhöht die Gefahr von Sexualdelikten.

Gendermedizin und Alkohol

Gleiche Arbeit, gleicher Lohn, gleicher Alkoholkonsum
Das neue Weiblichkeitsbild geprägt von den männlichen Vorgaben?

Fakten:
Ein Mann trinkt in 4 Stunden 8 alkoholische Getränke.  Fakt. 1,07 Promille
Eine Frau trinkt in 4 Stunden 8 alkoholische Getränke. Fakt. 1,73 Promille

Er kann nicht mehr Auto fahren, hat aber keinen Blackout
Sie hat einen Blackout
Blackout bedeutet Filmriss, völliger Gedächtnisverlust, aber erhaltene Routinefunktionen, das bedeutet, sie kann noch Geschirrspülen, im Internet einkaufen, aber sie weiß es am nächsten Tag nicht mehr.

Erklärung:
Es gibt im Gehirn eine kleine Region, der Hippocampus.
Dieser Hippocampus, symmetrisch angelegt, ist damit befasst Erinnerungen zu bilden und zu speichern.
Dieses Gedächtnis Areal ist in der Begegnung mit Fremden unsere erste Verteidigungslinie, wir machen uns ein Bild von unserem Gegenüber und checken ab mit Vorerfahrungen, ob gut oder schlecht, gefährlich oder harmlos.
Bei 0,8 Promille gerät der Hippocampus in Schwierigkeiten, ab 1,5 Promille schaltet der Hippocampus ab, keine Erinnerung mehr, keine Information mehr .
Eine Frau mit 1,5 Promille und mehr ist schutzlos, hilflos und ihrem Gegenüber ausgeliefert, weil sie keine Erinnerung mehr hat.
Da sie noch einfache Handlungen durchführen kann, erkennt auch das Gegenüber den Blackout nicht und schätzt ihr Verhalten völlig falsch ein.