Alkoholsucht im Unternehmen

Der Weinstock trägt 3 Trauben: Die 1. bringt die Sinneslust, die 2. den Rausch, die 3. das Verbrechen

Alkohol ist die gefährlichste Droge für die gesamte Gesellschaft - nicht Cannabis, nicht Heroin, nicht Crack, nicht Amphetamine!

Alkohol zerstört den Alkoholkranken, seine Familie und sein gesamtes soziales Umfeld.
Die Folgekosten für das Sozialsystem sind bei Alkohol extrem hoch.

Durch einen Alkoholkranken im Betrieb verursachte Kosten

Durch einen Alkoholkranken im Betrieb verursachte Kosten

  • Er erbringt nur etwa 75% seiner Leistung
  • Bei ca. 20% der Betriebsunfälle spielt Alkohol eine Rolle und Alkoholkranke sind 3,5 x häufiger in Betriebsunfälle verwickelt
  • Alkoholkranke fehlen nach Unfällen 1,4 x länger
  • Alkoholkranke halten die Arbeitszeiten 16 x häufiger nicht ein (zu spät kommen, zu lange Pausen, kurzfristige Arbeitsunfähigkeiten)
  • Alkoholkranke sind 2,5 x häufiger krank als gesunde Mitarbeiter

Ziel sollte sein: ein alkoholfreier Arbeitsplatz und ein alkoholfreier Arbeitstag!

Wirkung von Alkohol

Wirkung von Alkohol

  • Bereits 0,2 Promille beeinflussen die Leistungsfähigkeit, lassen die Risikobereitschaft ansteigen und verschlechtern die Wahrnehmung
  • Ab 0,5 Promille lässt die Konzentration nach, die Reaktionszeit wird verlängert und die Selbstüberschätzung nimmt zu
  • Ab 1 Promille ist die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt, es wird das Blickfeld verengt (Tunnelblick) und es treten Gleichgewichtsstörungen auf

Hinweise auf schädlichen Gebrauch und Abhängigkeit

Hinweise auf schädlichen Gebrauch und Abhängigkeit

Alkoholbezogene Hinweise:

  • Alkohol trinken während der Arbeitszeit, inklusive Mittagspausen
  • Trunkenheit am Arbeitsplatz
  • Zeitweise Zittern und Schweißausbrüche, gerötete Augen, allgemeine Unruhe
  • Alkoholfahne oder Geruch nach Atemreinigern, wie Mundwasser, Pfefferminzöl, Eukalyptus

Arbeitsbezogene Hinweise:

  • Überdurchschnittlich häufige Krankmeldung, oft Einzelfehltage
  • Kurzfristiges Entfernen vom Arbeitsplatz, verlängerte Pausen, Unpünktlichkeiten.
  • Unzuverlässigkeit, verkrampfte Arbeitsweise, hastiges und heimliches Trinken
  • Meiden von Vorgesetzten aus Angst, das Alkoholproblem werde erkannt.

Individuelle Hinweise:

  • Stimmungsschwankungen mit Selbstüberschätzung und Angst, depressive Verstimmung, Gedächtnislücken
  • Misstrauen gegen Vorgesetzte und Kollegen, Distanzlosigkeit
  • Verneinung und Bagatellisierung des Alkoholkonsums
  • Finanzielle Probleme, Verschuldung, Führerscheinverlust
  • Verlust familiärer Bindung, sozialer Abstieg und Verwahrlosung

Vorgehensweise beim Ansprechen vermuteter Suchtproblematik

Vorgehensweise beim Ansprechen vermuteter Suchtproblematik

1. Sie sind Vorgesetzter, kein Therapeut, und möchten Ihre Mitarbeiter unterstützen

2. Sammeln Sie Fakten:

  • Fehlzeiten
  • Leistungsschwankungen
  • Unzuverlässigkeit
  • Nervosität - Reizbarkeit
  • Vernachlässigte Körperpflege

3. Konfrontieren Sie den Mitarbeiter nur mit Tatsachen, nicht mit Gerüchten, ohne ihn dabei anzugreifen.

4. Klären Sie mit Ihrem Mitarbeiter das berufliche Leistungsprofil, was Sie von ihm erwarten und vereinbaren Sie Ziele.

  • Bieten Sie ihm Handlungshilfe an
  • Abmachung eines Folgetermins
  • Einhaltung des Folgetermins
  • Rückmeldung durch behandelnden Arzt