Stellungnahme zum Alkohol|Alkoholmissbrauch

Alkohol zählt zu den 5 wichtigsten Krankheitsfaktoren in den Industriestaaten. Jeder 5. zwischen 18 und 64 hat ein Alkoholproblem. 74.000 Todesfälle gehen pro Jahr auf alkoholbezogene Gesundheitsstörungen in Deutschland.

  • 6,2% der Männer sterben durch Alkoholmissbrauch
  • bei den 15- bis 29-jährigen sind es sogar 9% der Todesfälle!

Alkohol steht an 2. Stelle der "Mortalität" nach dem Tabak.

Alleine im Staat Bayern belaufen sich die jährlichen Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen allein durch Alkoholmissbrauch auf 3 Milliarden €. Dazu zählen auch Arbeitsunfälle, Ausfälle am Arbeitsplatz, Autounfälle, vorzeitige Berentung, Scheidung und Krankenkosten.

  • Bedenklich ist die Zunahme des Anteils von Jugendlichen. Wie die Statistik zeigt, belegt Deutschland hierbei den 2. Platz in Europa!

Alkoholkrankheit

Die Alkoholkrankheit (auch Alkoholabhängigkeit, Äthylismus, Dipsomanie, Potomanie, Trunksucht, Alkoholsucht oder Alkoholismus genannt) ist die Abhängigkeit von der psychotropen Substanz Trinkalkohol. Die Beschaffung und der Konsum von Alkohol bestimmen das Leben zunehmend. Typisch sind fortschreitender Verlust der Kontrolle über das Trinkverhalten bis zum zwanghaften Konsum, Vernachlässigung früherer Interessen zu Gunsten des Trinkens, Leugnen des Suchtverhaltens, Entzugserscheinungen bei vermindertem Konsum, Toleranz gegenüber Alkohol („Trinkfestigkeit“)[1] sowie Veränderungen der Persönlichkeit.[2]

In den Diagnosesystemen ICD-10 und DSM-IV wird unterschieden zwischen Abhängigkeitssyndrom (F10.2 bzw. 303.90) und schädlichem Gebrauch von Alkohol/Alkoholmissbrauch (F10.1 bzw. 305.00). Letzteres bezeichnet – als schwächere Variante des Missbrauchsverhaltens – einen Alkoholkonsum mit nachweislich schädlicher Wirkung (körperlich oder psychisch), ohne dass eine Abhängigkeit vorliegt.

Die Anzahl an Menschen, die an Alkoholkrankheit leiden, und die dadurch bedingten sozialen und wirtschaftlichen Folgeschäden sind in absoluten Zahlen in Europa und den USA – neben den Gesundheitsschäden durch Tabakkonsum – um ein Vielfaches höher als bei anderen, illegalen Drogen. 7,4 % der gesundheitlichen Störungen und vorzeitigen Todesfälle in Europa werden auf Alkohol zurückgeführt. Damit steht die Krankheit an dritter Stelle als Ursache für vorzeitiges Sterben nach Tabakkonsum und Bluthochdruck. Sie ist zudem die häufigste Todesursache bei jungen Männern in der EU.

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Quelle: Wikipedia

Alkoholsucht und deren Folgen

Soziale Folgen

Wenn Alkohol ihr Leben bestimmt, dann wird Ihr Freundeskreis in Menschen eingeteilt, die mit Ihnen trinken und Menschen, die nicht mit Ihnen trinken.

Bei Männern entstehen bisweilen intensive und stützende Freundschaft mit trinkenden Kumpels. Bei trinkenden Frauen ist jedoch das Leben riskant, eine trinkende Frau ist für Männer eine leichte Beute, ein verfügbares Objekt und häufig Opfer von sexueller Gewalt.

Das Ausmaß des Leides in Familien, in denen Vater oder Mutter trinkt, ist beträchtlich. Physische und psychische Gewalt gegen Frauen und Kinder, Missbrauch, Vernachlässigung und Isolierung. Unsicherheit und inkonsequentes Verhalten schädigen die Entwicklung der Kinder. Ein Kind aus einer Familie mit einem alkoholkranken Elternteile hat ein etwa 8-10fach höheres Risiko selber alkoholkrank zu werden.

Kindheitserfahrungen mit alkoholkranken Eltern

  • Abmachungen werden nicht eingehalten
  • Das soziale Leben der Familie wird zerstört, keine Freunde keine Einlagerungen, keine Feste
  • Die Kinder sind sich häufig selbst überlassen
  • Kinder, die sich um ihre Eltern kümmern müssen und sie von der Kneipe abholen und ins Bett bringen
  • Kinder die für ihre Eltern lügen
  • Kinder die Angst haben vor dem Verlust des Arbeitsplatzes der Eltern
  • Kinder die Angst haben vor dem Verlust der Eltern, vor Schäden der Eltern, Unfällen, Treppenstürzen, etc.
  • Kinder, die mangels Erziehung der Eltern die Erziehung ihrer jüngeren Geschwister übernehmen
  • Kinder die den Haushalt aufrecht erhalten und dadurch die eigene Schule vernachlässigen, bis zum Leistungsabfall und vorzeitigen Schulabgang

Partnerprobleme

  • Gewalt in der Partnerschaft
  • Verlust an Lebensqualität
  • Verheimlichung der Umstände
  • Überkompensierung und Kraftanstrengung mit aller Macht die Familie aufrecht zu erhalten
  • sozialer Abstieg: Arbeitslosigkeit, Krankheit und Isolation

Folgeerkrankungen bei übermäßigem Alkoholkonsum

Folgende Erkrankungen treten bei Alkoholerkrankung auf und lassen vielleicht Aufhorchen hinsichtlich der Schwere des Alkoholkonsums:

  • Speiseröhrenentzündung mit Brennen hinter dem Brustbein, Bluterbrechen und Schluckstörungen
  • Mallory-weiß-Syndrom, Übelkeit und Erbrechen von Speisen und Getränke mit Bluterbrechen
  • Speiseröhrenkrampfadern, brechen von dunkelrotem Blut, Hämatin oder Blutkoageln, Teerstuhl, Blutungsschock, Übelkeit vor Gefühl im Oberbauch
  • Gastritis, chronische Magenentzündung, Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Teerstuhl, Kreislaufschock
  • Störung der Nahrungsaufnahme im Magen-Darm-Trakt, intestinale Resorptionsstörung, Durchfall, Bauchschmerzen, Störung der Elektrolyte, Mangel an Vitamin B12 und Folsäure
  • Fettleber mit Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Metabolismus, Leberentzündung, Fieber, Ikterus, Übelkeit, Erbrechen
     

Spätzeichen der Alkoholerkrankung:

  • Leberzirrhose mit Vergrößerung der Leber und der Milz, Gelbsucht, Leberhautzeichens, Spidernaevie, Palmarerythem, Dypytrensche Kontraktur, Bauchglatze, Gynäkomastie, Aszites.
  • Akute Pankreatitis, gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufschwäche
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gewichtsabnahme, Leistungsknick, rezidivierende Bauchschmerzen und Fettstühle
  • Bluthochdruck
  • Herzmuskelschwäche mit Herzvergrößerung, EKG-Veränderungen und Herzmuskelstörung