Aktuelles

aus unserer Praxis & Presseberichte

Alkohol - Unterschätzte Gefahr - Zellgift in jedem Schluck

Dr. Vera Schnell empfiehlt folgenden Artikel, erschienen in der WELT Edition App:
 
"Das verdiente Feierabendgläschen, der Sektempfang, die Bierdusche nach Meisterschaftsfeier: Alkoholkonsum wird meist positiv bewertet. Zu Unrecht, sagen Experten. Denn Alkohol sei schädliches Zellgift." (...)

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Vorlesung von Fr. Dr. Schnell zur Baclofentherapie

Vorlesung von Fr. Dr. Schnell zur Baclofentherapie

"Der kleine Prinz begegnet dem Alkoholtrinker" ...

 

...und er bedauert den Mann. Der kleine Prinz ist ratlos und lässt den Alkoholkranken alleine zurück.

 

Die Medizin lässt den Alkoholkranken nahezu immer alleine, sagt ihm, er solle aufhören, er müsse es nur wollen, er solle an sich arbeiten. Man nimmt ihn stationär auf, entlässt ihn bisweilen disziplinarisch, zwingt ihn sich zu öffnen und sich einzugestehen, dass er Alkoholiker ist, sperrt ihn schließlich für 6 Wochen in eine Entzugsklinik. Er kommt bestens therapiert wieder heraus - und fällt in den ersten 14 Tagen zurück. Er habe es nicht begriffen, sagt man ihm, und alles beginnt wieder von vorn. Er ist alleine, er schämt sich, verzweifelt an sich und trinkt erneut. Die Familie ist gequält von widerstreitenden Gefühlen zwischen Verachtung, Ekel, Zorn, Enttäuschung, Frustration, und dann wiederum Fürsorge, Hilfe und dem Willen zur absoluten Unterstützung. Dieses Drama der familiären Zerrissenheit zieht sich über Jahre hinweg, bis letztlich die gesamte Familie ausgebrannt ist.

 

Hier können Sie den kompletten Vortrag nachlesen (PDF, 276 KB) ... »

Behandlung der Alkoholabhängigkeit mit hoch dosiertem Baclofen

Behandlung der Alkoholabhängigkeit mit hoch dosiertem Baclofen

Die erste randomisierte und placebokontrollierte Studie mit hoch dosiertem Baclofen (bis 270 mg / Tag).

Zusammenfassung:
Bisherige randomisierte, placebokontrollierte Studien (RCTs), die sich mit der Wirksamkeit des selektiven Gamma-Aminobuttersäure (GABA)-B-Rezeptor-Agonisten Baclofen bei der Behandlung von Alkoholabhängigkeit beschäftigten, berichteten unterschiedliche Ergebnisse, was eventuell mit deren niedrigen bis mittleren Dosierungen des Wirkstoffs Baclofen (30–80 mg/Tag) zusammenhängen könnte. Aufbauend auf vorklinischen Beobachtungen, die dosisabhängige Effekte nahe legten und basierend auf positiven Fallgeschichten alkoholabhängiger Patienten war es das Ziel der vorliegenden Studie, die Wirksamkeit und Sicherheit einer Baclofen-Behandlung bei Alkoholabhängigkeit mit individuell abgestimmten, hohen Dosierungen zu untersuchen.

Von 93 sukzessiv ausgesuchten alkoholabhängigen Patienten wurden 56 zufällig einer doppelblinden Behandlung mit individuell abgestimmten Dosierungen von Baclofen oder Placebo (30-270 mg/Tag) zugeteilt (...)
 
Lesen Sie hier die komplette Studie "Behandlung der Alkoholabhängigkeit mit hoch dosiertem Baclofen" »

Baclofen zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit

Baclofen zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit

(...)
Damit wird Baclofen die Wirksamkeit in der Alkoholismusbehandlung attestiert. Das könnte speziell für die Haus- und Fachärzte eine wichtige neue Refernz darstellen; denn noch immer sperrt sich die Mehrzahl der Ärzte, Baclofen für die Behandlung der Alkoholabhängigkeit zu verschreiben. Da kann dann das fachlich kompetente Urteil der Charitè Berlin entscheidend in Richtung eines Behandlungsversuches mit Baclofen wirken.

 

Quelle:
C. Müller, K. Vollmer, J. Hein, A. Heinz Charitè Berlin: Baclofen zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit.
In: "Sucht", Ausgabe 3-4 Juni 2010, 167-174

 

Zum kompletten Artikel: "Baclofen zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit"

Baclofen - Pille statt Pulle - was ist dran an der Pille gegen Alkoholismus?

Baclofen - Pille statt Pulle - was ist dran an der Pille gegen Alkoholismus?

Die gängige Ansicht von Fachleuten ist nach wie vor:

Alkoholiker können nicht geheilt werden. Die Krankheit Alkoholismus kann allenfalls durch lebenslange Abstinenz zum Stillstand gebracht werden. Hat sich daran etwas geändert?

„Sie sind erstaunt und erkennen, dass die Unentbehrlichkeit des Alkohols, die sie ein Leben lang begleitet hat, plötzlich verschwunden ist.“

Das sagen die Ärztin und Psychotherapeutin Annie Rapp, Prof. Philippe Jaury und viele andere Suchtspezialisten, die seit mehr als 3 Jahren ihre Patienten mit Baclofen behandelt haben.

Der Selbstversuch des französischen Kardiologen Prof. Olivier Ameisen und sein 2007 erschienenes autobiographisches Werk „Das Ende meiner Sucht“ haben viele Ärzte dazu bewogen, das Medikament Baclofen im Rahmen einer „off-label“ Anwendung, als individuellen Heilversuch mit ihren Patienten zu versuchen.
Seit 2007 wurden weltweit neue Studien gestartet, in Frankreich beginnt zum Jahreswechsel eine Phase IV-Studie mit 300 Patienten.

Prof. Andreas Heinz, Charité Berlin, der im Feb. 2011 eine eigene Studie mit Baclofen begonnen hat, sagt dazu: „Bei Depressionen haben wir längst erkannt, dass man in vielen Fällen mit Medikamenten helfen kann. Es ist an der Zeit, das auch bei Alkoholsucht zu akzeptieren. Baclofen kam vor Jahrzehnten als Krampflöser für Spastiker auf den Markt, inzwischen gibt es aber viele Hinweise darauf, dass das Medikament auch Alkoholikern helfen kann. Einige Tierversuche haben das gezeigt und viele Menschen, die das Medikament nehmen, berichten über das Verschwinden des Suchtdrucks (Craving)“.
(...)

 

Wir empfehlen Ihnen den kompletten Artikel, der unter dem Titel "Baclofen - Pille statt Pulle - was ist dran an der Pille gegen Alkoholismus?" auf dem Internetportal "openPR" erschienen ist.

Frankreich lässt Medikament gegen Alkoholismus zu

Frankreich lässt Medikament gegen Alkoholismus zu

Wir empfehlen Ihnen folgenden Artikel aus der WELT-Tablet-App:
 
Suchtkrankheit
 
Frankreich lässt Medikament gegen Alkoholismus zu

 
Zur Behandlung der Alkoholsucht ist das Medikament Baclofen mit dem gleichnamigen Wirkstoff ab sofort in Frankreich vorläufig zugelassen.

Die französische Arzneimittelbehörde teilte am Freitag in Paris mit, das eigentlich gegen Muskelkrämpfe entwickelte Medikament werde nun provisorisch auch bei Alkoholismus zugelassen. Renommierte Mediziner in Frankreich hatten dies schon länger gefordert, weil Studien eine hohe Erfolgsquote von Baclofen bei der Therapie der Alkoholsucht gezeigt hatten.

Das Medikament, das in Deutschland ebenfalls gegen spastische Lähmungen zugelassen ist und unter anderem von den Pharmafirmen Novartis und Sanofi vertrieben wird, wurde bereits alkoholkranken Patienten von einzelnen Ärzten verschrieben. Die Nebenwirkungen von Baclofen, das offenbar in das Belohnungssystem im Gehirn eingreift, gelten als sehr gering. Das Mittel ist bereits seit 1975 auf dem Markt.

Auf die Wirksamkeit des Medikaments gegen Alkoholsucht war der französische Kardiologe Olivier Ameisen gestoßen, der selbst schwer alkoholabhängig war und sich nach eigenen Angaben in einem Selbstversuch mit Baclofen von seiner Sucht heilte. Er veröffentlichte vor inzwischen rund zehn Jahren einen Fachartikel sowie später sein Buch "Das Ende meiner Sucht", das großes Aufsehen erregte und eine Reihe von Studien zu Baclofen gegen Alkoholsucht nach sich zog.

Wie der Mensch zur Marionette wird

Wie der Mensch zur Marionette wird

Sucht: Alkohol baut das Gehirn um und wirkt auf ultraschnellen Nervenbahnen des Stammhirns. Dr. Vera Schnell will, dass der Intellekt wieder Herr im Kopf ist.

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Ein Medikament gegen die Abhängigkeit
Die Regensburger Ärztin Dr. Vera Schnell behandelt alkoholkranke Patienten über ein verlängertes Wochenende im Evangelischen Krankenhaus. Die stationäre Behandlung beginnt mit einer Entgiftung mit Infusionen mit Zucker, Vitaminen und Magnesium.
Die Strategie ist es, das Steuerungszentrum in der Amygdala zu blockieren. Dazu verabreicht die Ärztin ein Medikament, das seit 30 Jahren auf dem Markt ist, in Deutschland aber nur für Muskelerkrankungen, nicht für die Behandlungen von Alkoholikern zugelassen ist.
"Die Verantwortung liegt beim behandelnden Arzt", sagt Dr. Schnell und verweist darauf, dass in Frankreich mit dem sehr preiswerten Medikament bereits 300.000 Alkoholiker behandelt wurden. Es befreie vom "Saufdruck", muss aber Jahre verabreicht werden.

(...)

 

Quelle:
Klein, Heinz: Wie der Mensch zur Marionette wird. In: Mittelbayerische Zeitung vom 14.03.2014, S. 19

 

Zum kompletten Artikel: Wie der Mensch zur Marionette wird" (PDF, 110 KB)

Der Blau-Macher

Der Blau-Macher

Gleich kracht´s. Ich steuere ein Auto und sehe nichts, höre nichts, kann kaum lenken, kaum bremsen. Die Schilder am Straßenrand tauchen dreifach vor meinen Augen auf, übergroß und bedrohlich nah, ebenso parkende Wagen. Mein Auto hoppelt, weil das linke Bein beim Kuppeln nicht gehorcht.
(...)

Wir empfehlen Ihnen den kompletten Artikel, der unter dem Titel "Der Blau-Macher" im Focus 14/2014 erschienen ist.

Es gibt ein Mittel gegen die Sucht

Es gibt ein Mittel gegen die Sucht

In Frankreich können Alkoholabhängige mit dem Wirkstoff Baclofen gegen ihre Sucht angehen. In Deutschland hingegen ist seine Zulassung nicht in Sicht. Experten erwarten gespannt die Ergebnisse einer Studie.
Ein französischer Arzt mischte vor zehn Jahren die Welt von Alkoholabhängigen und Suchttherapeuten auf: Der Herzspezialist Olivier Ameisen veröffentlichte damals einen Fachartikel. Darin beschrieb er seinen eigenen Kampf gegen den Alkohol. Er hatte an sich selbst erfolgreich den Wirkstoff Baclofen getestet, um sein Trinkverhalten in den Griff zu bekommen. Später erschien sein Buch "Das Ende meiner Sucht".
Bis heute bitten Patienten mit dem Buch oder Artikeln unter dem Arm ihre Ärzte um das Medikament. Doch bislang kann es in Deutschland nur ausnahmsweise ("off label") verschrieben werden: Es ist hierzulande lediglich zur Behandlung von Muskelkrämpfen bei einigen Erkrankungen und spastischen Lähmungen zugelassen.
Das schreckt Friedrich Kreuzeder nicht: Der Münchner fand nach dem Erscheinen des Buches in Deutschland einen Allgemeinmediziner, der sich viel Zeit nahm und mit ihm das Baclofen-Experiment wagte. Zuvor hatten ihm weder eine Kurz- noch eine Langzeittherapie geholfen, von der Alkoholsucht loszukommen. Auch die Unterstützung der Anonymen Alkoholiker versagte. "Ich hatte bis dahin keine Erfahrung mit Medikamenten", sagt Kreuzeder.
Wie Ameisen hatten ihn nach eigener Aussage eine Angststörung und Depression zur Flasche greifen lassen. Jetzt gibt Kreuzeder seine Erfahrung als Suchtberater weiter. Außerdem betreibt er ein Forum, in dem sich Betroffene und Fachleute austauschen. Für ihn und seine Mitstreiter sind Kliniken in Deutschland dem neuen Medikament gegenüber nicht aufgeschlossen. Schließlich würden sie vom Kreislauf aus Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge sowie von Studien anderer Wirkstoffe profitieren.
(...)

 

Quelle:
Liebram, Claudia: Es gibt ein Mittel gegen die Sucht - aber nicht bei uns. In: WELT (Tablett-App)

 

Wir empfehlen Ihnen den kompletten Artikel: "Es gibt ein Mittel gegen die Sucht - aber nicht bei uns" (PDF, 571 KB)

 

In der Praxis Dr. Schnell werden Sie durchaus mit diesem Medikament behandelt!

Sucht im Käfig

Sucht im Käfig

Im Langzeitversuch: Ratten zeigen frappierende Ähnlichkeiten mit dem Suchtverhalten der Menschen

Punkt 17 Uhr geht im Keller des Instituts für klinische Neurobiologie der Freien Universität Berlin das Licht aus. Doch es kehrt keine Ruhe ein. In den kleinen gestapelten Drahtkäfigen beginnt es zu rascheln. Denn bei Dunkelheit fängt der Ratten-Tag erst richtig an. Die Tiere knabbern an Futterbröckchen oder saugen an einer der Flaschen. Was die Ratten trinken, ist ihnen überlassen.

Im Angebot sind Wasser sowie fünf-, zehn- und zwanzigprozentiger Alkohol. "Das entspricht in etwa dem Gehalt von Bier, Wein und Schnaps", erläutert Andrea Heyne. Ein paar Käfige weiter stehen - außer Wasser - unterschiedlich dosierte Trinklösungen mit Opiaten oder Amphetaminen zur Auswahl. Ob Alkohol, Beruhigungs- oder Aufputschmittel - vor die Wahl gestellt, "greifen" alle Tiere zu Drogen.

Seit über zehn Jahren sind Prof. Jochen Wolffgramm und seine Kollegin Andrea Heyne der Sucht-Entwicklung auf der Spur. Ein Ergebnis ihrer langjährigen Forschung: Die Nager werden - genau wie der Mensch - drogensüchtig. "Das geschieht allerdings nicht von heute auf morgen", so Andrea Heyne, "sondern es ist eine lange Entwicklung, die - wie beim Menschen - in einem Kontrollverlust mündet."

Auch die süchtige Ratte hat am Ende ihren Drogenkonsum nicht mehr "im Griff". Wie die Nager Drogen konsumieren, ähnelt frappierend dem Menschen: In einer "Einstiegsphase" lernen sie den Umgang mit der Droge, probieren aus, wie die Dosierungen wirken. "Jemand, der weiß, wie Bier wirkt, ist nicht unbedingt in der Lage, das auf Likör zu übersetzen", so Jochen Wolffgramm. Nach einigen Wochen entwickeln die Tiere einen "kontrollierten Konsum". Wieviel Rauschmittel sie nehmen, hängt von ihrer Stimmung und der "Persönlichkeit" ab. Dominante, aggressive Tiere etwa kommen mit geringeren Drogenmengen aus als weniger dominante. Noch verblüffender: "Ratten setzen die Drogen gezielt ein, um sich zu stimulieren", so Wolffgramm. In der Gruppe trinken die Tiere mäßig, sozial isolierte Nager "kippen" deutlich mehr.

Die Phase des "kontrollierten Konsums" dauert sehr lange, etwa ein Drittel "Rattenleben". Manche verlassen sie nie, andere wiederum beginnen urplötzlich ihre tägliche Drogenbasis ganz erheblich zu steigern. Insgesamt trifft das auf etwa die Hälfte aller Versuchstiere  zu. "Doch welche Tiere das sind, können wir bisher nicht voraussagen", betont Andrea Heyne. Eins aber steht fest: Diese Tiere sind süchtig.

Das beweist der "Retest": Den Nagern wird die Droge entzogen. Bis zu neun Monaten -also ungefähr ein Drittel Rattenleben- bleiben sie zwangsweise "trocken". Bieten die Forscher nach der langen Abstinenz wieder Drogen an, nehmen die Ratten diese sofort freiwillig und in extrem hohen Dosen zu sich. Und zwar auch dann, wenn der angebotene "Cocktail" extrem unangenehm schmeckt, weil ihm Bitterstoffe beigemischt sind. Ein derartiger "Kontrollverlust" ist ein unträgliches Zeichen für die Diagnose "Sucht" - bei der Ratte ebenso wie beim Menschen.

Ein weiteres Kriterium aus der Humanmedizin ist der "Reversibilitätsverlust": Der Drang nach Drogen bleibt auch nach mehrmonatiger Abstinenz erhalten. Es ist unumkehrbar. "Es muß sich also eine Art Suchtgedächtnis gebildet haben", folgert Wolffgramm. Doch bei der Suche nach den Veränderungen im Rattenhirn stehen die Forscher vor einer Schwierigkeit: Sie müssen zwischen Veränderungen, die Drogen als Substanz im Hirn anrichten, und solchen, die Zeichen einer Sucht sind, unterscheiden.

Den Wissenschaftlern gelang es aber dennoch, das "Suchtgedächtnis" im Hirn zu orten. Denn Ratten werden nur süchtig, wenn man ihnen die freie Wahl läßt. Tiere, die zum Drogenkonsum gezwungen werden, dagegen nicht. Neurochemiker der Arbeitsgruppe verglichen nun die Hirne der freiwillig süchtigen Ratten mit denen der zwangsweise berauschten und wurden fündig: Sie stießen auf Veränderungen in der Signalverarbeitung in der "nigrostriatalen Bahn". Dieser Hirnbericht ist auch beim normalen Verhalten für relativ feste Reiz-Reaktionsbeziehungen zuständig und grenzt an jenen Teil, der für das flexible Umgehen mit der Umwelt verantwortlich ist.

"Hier können wir weiterarbeiten", freut sich das Forscherteam. Zunächst geht es darum, herauszufinden, was genau sich im Hirn der süchtigen Tiere neurochemisch bzw. molekularbiologisch verändert hat. Besonders interessant ist der Übergang vom kontrollierten Trinken zur Sucht. Darauf aufbauend hoffen die Forscher dann, eine wirkliche Suchttherapie entwickeln zu können. "Wir gehen mit großem Elan daran", betont Andrea Heyne.

Sind die Vorgänge im süchtigen Hirn geklärt, könnte gezielt per "molekularem Drug-Design" ein Medikament entwickelt werden, daß die biochemischen Veränderungen im Hirn kompensiert oder aber das "Suchtgedächtnis" dauerhaft "auslöscht". Die FU-Forscher jedenfalls sind optimistisch: "Der zeitaufwendigste Schritt war, das Tiermodell zu entwickeln." Und dieser Schritt liegt bereits hinter ihnen.

 

Quelle:
Schrum, Anja: Sucht im Käfig. In: Berliner Morgenpost 1998, 12.08.1998